Das Orangenmädchen

06.07.2010

 

Alter: ab 14 Jahren

Seiten: 192

Autor: Jostein Gaarder

Verlag: dtv

Preis: 9.90 €

 

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ploxxo Lesemeinung: "Als Georg vier Jahre alt ist, stirbt sein Vater an einer unheilbaren Krankheit. Für Georg bleibt sein Vater also gewissermaßen ein Unbekannter, eine Leerstelle in seinem Leben. Es gibt ein paar Fotos, Filmaufnahmen und wenig Erinnerungen an ihn, die Georg sein Leben lang mit sich trägt. Doch sein Vater, der wusste dass er bald nicht mehr da sein würde, wollte seinem Sohn mehr als diese wenigen Splitter zu seiner Person hinterlassen. Kurz bevor er starb, schrieb er einen Abschiedsbrief, den sein Sohn mit fünfzehn Jahren scheinbar zufällig finden wird.

 

Es ist ein langer Brief, der die Geschichte einer großen Liebe erzählt. Sie handelt vom Orangenmädchen, von - wie Georg nach und nach klar wird - seiner Mutter. Dies ist nicht nur die Geschichte der beiden Eltern, es ist Seite um Seite eine Liebeserklärung seines Vaters an sie. Und die Erkenntnis, dass seine eigene Existenz auf dieser romantischen Begegnung basiert.

Originell und kunstvoll werden hierbei mehrere Handlungsstränge miteinander verwoben und über den Brief alle Stationen dieser Beziehung abgeschritten. Dies alles aus einem Grund: Der Vater möchte seinem Sohn aufzeigen, dass der Abschied vom Leben durch seine große Liebe zwar beinahe unerträglich war, ihm aber zugleich in den letzten Tagen bewusst machte, wie sehr es lohnt zu leben. Dabei lernt Georg seinen Vater Zeile um Zeile besser kennen, seine Gedanken und Gefühle, seine Entscheidungen und Handlungen. Aber vor allem sich selbst, sein Wesen, das soviel vom Vater hat, ohne dass er es bislang wusste. Sein Vater wird Schritt für Schritt zur realen Person.

Die Geschichte dieser Familie von Jostein Gaarder, besticht durch den gewohnt klaren Erzählton des Autors und macht es dadurch wie immer möglich auch komplexeren Strängen gut zu folgen. Die Reise in die Vergangenheit von Georg bleibt dabei immer spannend und präsent.

Diese Reise wird nach und nach zur Reise in sein eigenes Leben. Denn der Brief wirft Fragen auf, die Georg ganz persönlich betreffen und seine Welt in neuem Licht erscheinen lassen. Was tun, wenn das Leben sich dem Ende neigt? Was hat wirklich Wert und was nicht? Und welche Chancen bietet mir die Zeit die ich hier habe? Welchen Schwierigkeiten lohnt es zu begegnen? Und was macht man mit dem Leid und den Schmerzen in dieser Welt und im eigenen Leben? Entscheidet man sich also für das Leben oder für die Angst? Die Geschichte regt nicht nur Georg, sondern auch den Leser zum Nachdenken an.

Darin ist Jostein Gaarder nämlich Spezialist. Was das Anregen und Nachdenken betrifft. Als ehemaliger Professor für Philosophie sind seine Bücher durchwirkt mit philosophischem Gedankengut. Der Roman „Sofies Welt“, für den er unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, ist dabei DAS Buch für Jugendliche, die sich an die Philosophie heranwagen wollen (oder sollen).

Das Orangenmädchen kann das aber auch - philosophieren. Und dabei das Glück herausschälen, welches das eigene Leben darstellt. Es ist eine Liebesgeschichte, aber eben auch ein wunderbarer Mutmacher zum Thema Abschied, Tod und Verantwortung für die eigene Zeit auf diesem Planeten."

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