Emil und der Pelikanmann

25.05.2013

 

Alter: ab 10-11 Jahren

Autor: Leena Krohn

Verlag: FISCHER KJB

Preis: 12.99 €

 

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ploxxo: "Die Menschen können wahrlich sonderbare Wesen sein! Sie tragen Kleider und Schuhe, die sie einengen aber dafür schön aussehen. Sie lernen lesen, um dann in den Zeitungen nur grausame Wahrheiten über sich selbst zu erfahren. Sie dürfen nicht einfach unter freiem Himmel schlafen, denn dann gelten sie als Obdachlos. Sie bewahren ihr Essen in Schränken auf, die ganz kalt sind und wohnen in Räumen mit Wänden, die ganz nahe kommen. Sie müssen nach Regeln leben, brauchen eine Arbeit, müssen Geld verdienen,.....

 

Dennoch scheint es der größte Wunsch des Pelikanmanns zu sein ihnen nachzueifern, auch wenn er dafür sein altes Vogelleben, seine Familie und seine Freiheit aufgeben muss. Mutig verlässt er seine Heimat, um sein Glück bei den Menschen zu finden. Fortan trägt er Kleider wie sie, lernt die menschliche Sprache und ihre Regeln, liest Bücher und hört Musik, hat eine eigene Wohnung, einen Beruf und schließt gar echte Freundschaften mit Emil, einem einsamen Jungen, der ohne Vater aufwächst und bis dahin wenig Freude am Leben hat.

Und die Menschen um ihn herum? Sie sehen in ihm, auf Grund seines menschlichen Verhaltens, ohne zu zögern einen der Ihren. Nur die Kinder erkennen die wahre Gestalt des Vogels, so auch Emil, der in dem Pelikanmann einen echten Freund findet und von ihm lernt, mit der Trauer um die Trennung der Eltern umzugehen. Denn eins kann der zielstrebige Vogel ganz besonders gut - zuhören und und wertvolle Ratschläge geben! Bis er leider zu sehr selbst zum Menschen wird und seinen unverfälschten Blick auf die Dinge verliert. Als er damit in Schwierigkeiten gerät, ist es Emil, der ihn rettet.

"Emil und der Pelikanmann" ist ein außergewöhnliches Buch voller tiefgründiger Gedanken. Beinah philosophisch sieht die Autorin Leena Kohn den Menschen aus dem Blickwinkel eines Vogels, skizziert seine bisweilen merkwürdigen Eigenarten, hadert mit seinen Fehlern und zeigt doch ganz viele schöne Dinge und Wesenszüge auf. Auf dem Weg zu seiner menschlichen Verwandlung lässt sie den Pelikan eigene Erfahrungen sammeln und beschreibt ebenso humorvoll die kuriosen Situationen in die er gerät - herrlich hier seine "erste Arbeit" als Babysitter oder sein "erster Einkauf" ohne Geld. Dennoch ist das Buch aber eine eher "stille Geschichte", über die man lange nachdenken kann, denn es geht auch um uns Menschen und unser Verhalten, unsere Regeln, aber auch um ganz viele schöne und besondere Dinge, die wir besitzen, können und die uns auszeichnen.
Für uns eine Geschichte für Kinder, die echte Leseratten sind und große Freude an aussergewöhnlichen Geschichten haben - hier empfehlen wir ein Lesealter von 11-12 Jahren. Noch besser aber finden wir das gemeinsame Lesen des Buches (ideal ab 10 Jahren), denn dann kann über den ein oder anderen Gedanken gesprochen werden, der nicht nur Kindern beim Lesen kommt. Eine Geschichte, die man sicherlich auch ein weiteres Mal liest.

 

 

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